4. Bürgerwerkstatt - Feldrundfahrt Neckargartach am 27.07.2013
Am 27.07.2013 fand auf Einladung des CDU Ortsverbandes Neckargartach die 4. Bürgerwerkstatt statt. Ziel war es, den nördlichen Teil der Neckargartacher Feldflur mit den dortigen baulichen Entwicklungen und den realisierten Freiraumplanungen vor Ort in Augenschein zu nehmen. Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende des CDU-Ortsverbands Neckargartach Gundula Hagner, erläuterte CDU-Stadträtin Helga Drauz-Oertel während der Feldrundfahrt die geplanten und bereits realisierten Maßnahmen. Aus erhöhter Perspektive des sonnengeschützten Traktoranhängers bot sich den Teilnehmern bei hochsommerlichen Temperaturen und leichtem Fahrtwind die Vegetation in anmutiger Weise. Begleitet vom Blick auf die Ausläufer der Löwensteiner Berge ging die Fahrt auf einer der alten Wegeverbindungen vorbei am landschaftlich reizvollen Fröschberg zum Böllinger Bach. Dort soll eine Renaturierung des in Betonschalen geführten Bachlaufs erfolgen. Diese als Ausgleichsmaßnahme vorgesehene Renaturierung wird aus den Reihen der Teilnehmer unterschiedlich bewertet. Bei den südlich der Böllinger Höfe angelegten Regenrückhaltebecken wird gemutmaßt, dass bei den dort realisierten Grünmaßnahmen offenbar Belange der Naherholung und Landschaftsgestaltung zugunsten des Artenschutzes, zurückstehen mussten. Nicht abschließend geklärt werden konnte, ob der Pflege der bestehenden Grünflächen ein Pflegekonzept zugrunde liegt, oder in Teilen ein Pflegerückstand besteht.
Die weite, sanft gewellte, zum Neckar hin auslaufende Kraichgaulandschaft wird zunehmend durch die, aus südlicher Richtung als Riegel wirkende Bebauung des Industrieparks Böllinger Höfe unterbrochen. Gleiches gilt für die von Naherholungssuchenden genutzten Wegeverbindungen die nunmehr abrupt enden oder wenig benutzerfreundlich geführt, innerhalb der Bebauung ihre Fortsetzung finden. Teils handelt es sich dabei um Wegetrassen die als direkt geführte Ortsverbindungen seit Jahrhunderten genutzt wurden.
Nachdenklich gestimmt wurden die Teilnehmer durch die zwischenzeitlich im Rohbau erstellten Gebäude der AUDI AG. Dort haben erhebliche Abgrabungen und die bis vor den Neckargartacher Wald reichenden Industriegebäude eine nicht mehr wieder zu erkennende Situation geschaffen.
Das von Herrmann Hagner sicher geführte Traktorgespann brachte die Teilnehmer durch den Neckargartacher Wald, vorbei am früheren „Kindlesbrunnen“ über das alte Biberacher Sträßle zum Gemeindehausgarten in dem der Neckargartacher CDU-Ortverband zum Grillfest eingeladen hatte.
Die aktuelle bauliche Entwicklung macht deutlich, dass in Neckargartach ein Stand erreicht ist, der es erfordert innezuhalten und über die Entwicklungsmöglichkeiten des gesamten Stadtteilgebiets nachzudenken. Ziel muss es sein, eine Ausweisung weiterer Industrie- und Wohnbauflächen künftig unter Berücksichtigung der Ausgewogenheit, auch im Vergleich zu den übrigen Stadtteilen, vorzunehmen. „Verbleibender“ Freiraum soll ausgewogen durch Landwirtschaft und Naherholung unter Berücksichtigung ökologischer Belange, des Artenschutzes und nicht zuletzt landschaftsgestaltender Maßnahmen (auch Bereitstellung von Flächen für künftige Ausgleichsmaßnahmen), dauerhaft genutzt werden. Hierzu wird in einem nächsten Schritt eine Studie angeregt, das Entwicklungspotential des „verbleibenden“ Freiraums zu einem ökologisch geprägten Landwirtschaftspark Neckargartach zu ermitteln, die als eine zuverlässige Grundlage für weitergehende Entscheidungen dienen kann.
Der begonnene Dialog wird fortgesetzt.